Erinnerungen
Meine geliebte Arwen
Ich weiß es noch wie heute als Du damals zu uns kamst. Klein, zart und doch so voller Energie. Du hast Dich auf meinen Schoß gesetzt, alle haben dich beschnuppert und auch ein bisschen geknurrt. Jedoch deine wundervolle, zärtliche Art, lies dich bald zum Mittelpunkt und zum wahrlich guten Freund aller werden.
Du hast dich mit mir viel unterhalten, wir haben viel geknuddelt und geschmust, gespielt, Du hast gespürt wenn es mir nicht gut ging und ich bei dir, Dein Herz hast du mir geschenkt und ich Dir meins, wir waren seelenverwandt.
Du warst so gern außen gesessen und hast Dir den Wind durch deine wunderschönen Haare wehen lassen, hast die frische Luft genossen. Doch jetzt mache ich mir so Vorwürfe, hätte ich Dir das verwehren sollen? Wärst Du dann noch bei mir? Du hattest etwas ins Auge bekommen, sagte der Tierarzt. Es ist ins Innere des Auges gewandert, wir konnten nichts dagegen machen und Du wurdest blind auf diesem Auge. Durch diese Überbelastung hat sich dein 2 tes Auge auch entzündet, wir waren in Dortmund in der Klinik, Du weißt es, wir haben so viel versucht. Das Leben hat es jedoch nicht gut gemeint, du erblindetest ganz.
Ich hab deine Hilflosigkeit gespürt, sie versucht aufzufangen. Ich hab Dich zum Futter getragen und auch auf dein Klöchen. Ich hab versucht Dir Mut zuzusprechen, Dich in meinen Armen gehalten, aber ich habe immer mehr gespürt ; dass dein Lebensmut verging. Du kamst nicht damit zurecht blind zu sein, es war für dich unerträglich nicht mehr durch dein „Revier“ rennen zu können, überall anzustoßen. Wir gingen immer wieder zum Arzt, in der Hoffnung etwas zu finden was Dir hilft. Aber es war vergeblich. Du hast kaum noch etwas gegessen, wurdest immer dünner. Es war für uns beide schlimm, nicht wahr Arwen. Wir wussten beide, dass der Abschied nahte. Du hast nicht mehr leben wollen und ich habs gespürt.
So kam der Tag, an dem ich das Telefon in die Hand nahm und unseren Ta angerufen habe. Du musst es gespürt haben. Du hast meine Beine ertastet, ich hab Dich auf meinen Schoß genommen, Du hast Dich an mich geschmiegt und ich Dich so vorsichtig und doch fest wie möglich an mich gezogen. Du hast mich mit einem Blick angesehen, er war so erleichtert, schon fast dankbar.Wir haben an ganz bewußt Abschied genommen, gekuschelt und geschmust, uns gegenseitig festgehalten.
Dann bist Du gegangen.
Du fehlst mir so sehr, ich hab so Sehnsucht nach Dir. Dein Duft, deine süße nasse Nase, deine Küsschen, deine Liebe. Warum musste alles so kommen, warum hat das Leben es so schlecht gemeint, du hattest nur gutes verdient. Dieser Schmerz wird manchmal unerträglich.
Geht es Dir jetzt besser meine Liebe? Du hast eine unbeschreiblich große Lücke hinterlassen. Ich weiß, Liebe heißt auch gehen lassen und es war für Dich das Beste, aber soll das ein Trost sein!
Du bist so in meinem Herzen eingebrannt, dass ich Dich oft spüren kann und dann muss ich auch manchmal lächeln. Ich weiß mein Schatz, eines Tages werden wir uns wieder sehen, dann sind wir endlich wieder zusammen und machen da weiter, wo wir viel zu früh haben aufhören müssen. –Und das ist mein Trost--

